Noch mal!

Dass ich dieses Jahr noch einmal  für den BSPR kandidiere , geht ein bisschen gegen meine Vorsätze – eigentlich hatte ich mal gedacht, das Thema wäre für mich abgeschlossen. Insgesamt drei Amtszeiten (2004/2005, eine kurze in 2007 und 2007/2008) waren ja auch genug und Rotation von solchen Ämtern ist ja auch wichtig. Warum ich jetzt trotzdem noch mal antrete?

Mit ein paar Jahren politischer Erfahrung die Bundesgremien und den sie umgebenden ‚inner circle‘ noch mal aus der Distanz zu sehen, hat mir vor allem zwei Dinge deutlich vor Augen geführt:

Zum einen glaube ich, dass wir viel zu oft der politischen Aktualität hinterherrennen, von Kampagne zu Kampagne hetzen und schnell noch zu jeder tagespolitischen Debatte eine Pressemitteilung und am besten einen Flyer machen müssen, statt mal in Ruhe unsere Strukturen aufzubauen, Bildungsarbeit zu machen und Basisgruppen und Landesverbände zu stabilisieren.

Das zu ändern, ist sicher nicht einfach – auf einen BSPR prasseln tausend aktuelle Notwendigkeiten ein, Anfragen und Erwartungen der Partei, von BündnispartnerInnen und natürlich Verbandsmitgliedern, die gerade dieses oder jenes für absolut wichtig halten. Und natürlich haben auch BSPR-Mitglieder ihre eigenen politischen Lieblingsthemen, deren Entwicklung sie nicht verschlafen wollen.

Ich spreche auch nicht dafür, das politische Geschehen jenseits des Verbandes zu ignorieren – im Februar habe ich mit meiner Basisgruppe einen Bus nach Dresden organisiert, am 1. Mai fahre ich nach Bremen, um einen Naziaufmarsch zu blockieren und natürlich bin ich gerade in meinem Schwerpunktthema Anti-Atom-Bewegung besonders aktiv. Aber wir müssen auch nicht zu jeder dreitägigen Zeitungsdebatte eine Pressemitteilung schreiben, wenn wir uns mit dem Thema sonst nicht beschäftigen, und einen Flyer prodzieren, der erst in den Basisgruppen ankommt, wenn das Thema schon längst wieder verflogen ist.

Meine zweite Lehre aus dem Blick aus der Distanz ist: Wofür sich Leute in den Gremien totarbeiten und erbitterte Konflikte ausfechten, kommt bei einem Großteil unserer Mitglieder und Aktiven oft kaum an – manchmal, weil es wenig mit ihnen und ihrer politischen Arbeit zu tun hat, manchmal einfach, weil unsere Kommunikation nicht funktioniert.

Dagegen hilft zum einen, die eigenen politischen Projekte und Schwerpunktsetzungen daran zu messen, welchen Effekt sie für die politische Arbeit unserer Basisgruppen haben. Beim Produzieren von Pressemitteilungen, die selten über den Radius unserer Verbandshomepage hinauskommen, habe ich da zum Beispiel meine Zweifel. Die andere Aufgabe ist, unsere Kommunikation zu verbessern. Sich dafür Zeit nehmen, ist schwierig, wenn man in einem so chronisch überarbeiteten Gremium wie unserem BSPR sitzt. Aber die ganze Arbeit bringt wenig, wenn niemand mitbekommt, was da eigentlich für tolle Kampagnen und Projekte entworfen und geplant werden.

Dieser Blog ist übrigens ein Experiment in der Kommunikationsfrage – falls ich in den BSPR gewählt werde, würde ich hier regelmäßig aus meiner Arbeit da berichten und hoffentlich Leute erreichen, die sonst wie ich selbst in den letzten Jahren eher wenig vom Geschehen auf Bundesebene mitbekommen.

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