Arbeitsprogramm Buko?

Der Bundeskongress sollte einen Arbeitsplan diskutieren und beschließen können – aber es gibt dafür bisher keine gute Antragsgrundlage. Diese Einschätzung teile ich zumindest mit ein paar Leuten, und deshalb machen wir hiermit den folgenden Vorschlag für einen Arbeitsplan-Antrag. Wir freuen uns bis Dienstagabend 22:00 über Feedback, Kritik, Ergänzungsvorschläge und MiteinreicherInnen (danach natürlich auch, aber dann wollen und müssen wir den Antrag zur Einreichung fertig machen). Und: Wir suchen noch eine fetzige Überschrift und/oder ein cooles einleitendes Zitat.

Arbeitsprogramm 2011

Als sozialistischer Jugendverband sind wir selbstverständlich in sozialen Bewegungen wie den Bildungsprotesten der letzten Jahre und der Anti-Atom-Bewegung aktiv und freuen uns über deren Aufschwünge und Erfolge – wir wissen aber auch, dass diese Bewegungen aktuell weit davon entfernt sind, das kapitalistische Gesellschaftssystem zu überwinden.

Wir müssen deshalb nicht nur zu tagespolitischen Themen aktiv sein, sondern auch langfristig soziale Bewegungen stärken, linke Strukturen aufbauen und das Alltagsbewusstsein verändern, um die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse zu unseren Gunsten zu verschieben. Um hier als Jugendverband unseren Beitrag zu leisten, unterstützen wir vor allem den Aufbau von neuen und die Stärkung und Stabilisierung bestehender Basisgruppen. Wir nutzen politische Bildung, um inhaltlich, strategisch und politisch fitter zu werden und so gemeinsam stärker in politische Auseinandersetzungen gehen zu können. In unseren Gruppen, Gremien und Arbeitskreisen sowie auf Seminaren und Camps lernen wir von unseren gesammelten politischen Erfahrungen.

Jede neu gegründete, aber auch die bestehenden Gruppen sollen regelmäßig die Möglichkeit haben, im Rahmen von Basisgruppenseminaren die eigene politische Arbeit (weiter) zu entwickeln und gemeinsam wichtiges politisches Handwerkszeug zu lernen. Wir fordern den Bundessprecherinnenrat und die Landesverbände deshalb auf, das Angebot dieser Seminare weiter auszubauen und intensiv zu bewerben.

Auch auf verbandsinternen Camps und Landesmitgliederversammlungen sollte der politischen Bildung Zeit und Raum gegeben werden.

Inhaltlich setzen wir im kommenden Jahr auf Bundesebene drei Schwerpunkte, zu denen zentrale Mobilisierungen stattfinden bzw. Materialien erstellt werden:

A. Energiekämpfe und Anti-Atom-Bewegung

Schon vor Ende des Moratoriums ist klar, dass die Bundesregierung viele Atomkraftwerke noch jahrelang weiterlaufen lassen wird, statt endlich alle Atomanlagen stillzulegen. Wir werden dagegen bei den Demonstrationen am 28.05 . protestieren und zahlreich an der Blockade des AKW Brokdorf im Juni teilnehmen. Im Herbst mobilisieren wir zu den Protesten und Aktionen zivilen Ungehorsams gegen den Castortransport ins Wendland. Diese Mobilisierungen werden wir mit bundesweiten Materialien und Bildungsangeboten begleiten.

Inhaltlich fordern wir neben der sofortigen Stillegung aller AKWs die Enteignung und lokale Vergesellschaftung der Energiekonzerne unter demokratischer Kontrolle.

Wir unterstützen die Klimacamps in Brandenburg und NRW im Sommer als wichtige Zeichen, dass wir den Ersatz von Atomkraft durch eine andere zentralistisch erzeugte, unökologische Energieform nicht akzeptieren
werden.

B. Antimilitarismus

Nach der Aussetzung der Wehrpflicht ist die Werbung an Schulen für die Bundeswehr neben der Normalisierung des militärischem im Alltag zum zentralen Pfeiler der Nachwuchswerbung geworden.

Wir streiten deshalb weiter vor Ort und in den Ländern gegen die Präsenz der Bundeswehr an Schulen. Diese lokalen Auseinandersetzungen unterstützen wir mit bundesweiten Materialien und verbinden sie mit den Protesten gegen die Afghanistan-Konferenz in Bonn im Dezember. Wir setzen uns im Vorfeld der Konferenz für eine mobilisierungsfähige und ausdrucksstarke, politisch zuspitzende Aktion neben der Demonstration ein.

C. Antifa

In den letzten beiden Jahren haben wir dazu beigetragen, den zentralen bundesweiten Naziaufmarsch in Dresden faktisch zu verhindern. Wenn sich für 2012 trotzdem eine Fortsetzung dieses Aufmarschs als zentralem
Termin der Naziszene in Deutschland abzeichnet, werden wir dagegen wieder bundesweit mobilisieren. Das ganze Jahr über sind wir nicht nur gegen Aufmärsche, sondern kontinuierlich für ein Zurückdrängen von faschistischem Gedankengut und den Strukturen der Naziszene aktiv und unterstützen größere Mobilsierungen mindestens auf regionaler Ebene. Antifaschistische Arbeit ist für uns mehr als nur die Auseinandersetzung mit offenen oder gar militanten Nazis – wir bekämpfen den alltäglichen und staatlichen Rassismus aus und in der ‚Mitte der Gesellschaft‘, wie er sich in Abschiebepolitik und einem wachsenden antimuslimischen Rassismus äußert. Für diese aktuelle Debatte erstellen wir bundesweit inhaltliche Materialien und Bildungsangebote.

Die positiven Erfahrungen der Selbstermächtigung vieler tausend Menschen in Aktionen zivilen Ungehorsams von Dresden bis ins Wendland tragen wir in den Widerstand gegen Naziaufmärsche in die Regionen weiter und wollen
sie auch in anderen Auseinandersetzungen weiter nutzen.

Der BundessprecherInnenrat ist in Kooperation mit den jeweiligen Arbeitskreisen und weiteren Aktiven für die Erstellung von bundesweiten Materialien und ggf. bundesweit organisierte Aktivitäten verantwortlich.
Diese sind darauf ausgerichtet, eine möglichst breite Beteiligung der Basisgruppen an den jeweiligen Themen zu ermöglichen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s