Tipps und Tricks für politische Arbeit…

… können ja recht vielfältig sein. So hat mir gestern abend ein Genosse aus Berlin bei der Party des „Recht auf Stadt“-Kongresses in Hamburg eine interessante Strategie empfohlen, wie man am Tag nach der Party verkaterterweise ein Bündnistreffen am besten übersteht: Die Moderation übernehmen. „Das zwingt einen dazu, aktiv und konzentriert zu sein und man kann nicht so wegsacken.“ Nun ist so ein Kater bei mir mangels Alkoholkonsum ein eher seltenes Phänomen, aber nach einem ersten Test heute kann ich vorläufig sagen, dass der Trick für die Partyfolge Übermüdung (auch) ganz gut funktioniert.

Beim selben Treffen habe ich auch mal wieder erlebt, dass das Weglassen und Aufschieben von Pausen selten den gewünschten Effektivitätsgewinn bringt, aber trotzdem immer wieder alle daran glauben.

Die Party gestern abend war das Experiment heute übrigens auch wert – gefeiert wurde im vor inzwischen fast zwei Jahren besetzen Gängeviertel in der Hamburger Innenstadt, in dessen Veranstaltungsräumen neben interessanten kulturellen auch immer wieder gute politische Veranstaltungen stattfinden (die Dresden-Mobilisierungs-VA meiner Basisgruppe wäre da jetzt nur eine von ganz vielen 😉 ). Ausrichterin war der Kongress des Netzwerkes Recht auf Stadt . Für die Nicht-HamburgerInnen: RAS ist ein Netzwerks aus Gruppen und Initiativen, etwa der MoorburgtrassenIni, die gegen die Fernwärmetrasse vom neuen Kohlekraftwerk Moorburg in die Stadt und die damit verbundenen Zerstörungen kämpft und zahlreichen MieterInnen, Stadtteil- und viele andere Gruppen, die sich gegen Gentrifizierungsprozesse und die damit verbundene Verdrängung ärmerer EinwohnerInnen einsetzen.

Vom Kongress dieses Netzwerks am Wochenende habe ich außer der Party leider nur die Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend in der Roten Flora mitbekommen – die hatte es allerdings in sich: Nach dem Input schwirrte mir doch ein wenig der Kopf davon, wie das Feld der Auseinandersetzungen mit linken TheoretikerInnen von Foucault über Lefebvre bis Harvey aufgemacht wurde. Die versuchte Besetzung der leerstehenden alten Rinderschlachthalle (das Gelände ist einer der brennenden städtebaulichen Konflikte in Hamburg) am Freitagabend habe ich dann durchs Transpimalen für Block Brokdorf mit meiner Basisgruppe verpasst. Den Rest des Wochenendes war ich dann auch mit Anti-Atom-Politik beschäftigt und habe so nur durch Gespräche am Rande der Party mitbekommen, wie gut der Kongress gewesen sein muss.

Und dann sieht es ja fast so aus, als würde ich dieser Tage inhaltlich etwas neues lernen: Ich dachte ja, die Grünen würden niemals jetzt einen Atomkonsens mit der Regierug schließen – allein aus machttaktischen Gründen, um ihr bestes Wahlkampfthema gegen schwarz-gelb nicht aufzugeben. Ob ich da noch wiederlegt werde? Naja, so oder so dürfte es jetzt an der Zeit sein, den Atomausstieg in die eigene Hand zu nehmen. Und dafür setzen wir in einer Woche in Brokdorf hoffentlich ein gutes Zeichen.

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