Wachtstumsdebatten, Klimapolitik und freie Wochenenden…

Dieses Wochenende war quasi frei – ich habe mich am Samstagnachmittag in Berlin mit jemandem vom attac- Kokreis getroffen und danach bei einem Podium der Klimaallianz im Rahmen ihres „power shift“ Wochenendes mit VertreterInnen anderer Jugendorganisationen (Parteijugenden, IB BAU und BUNDjugend) über Klimapolitik diskutiert – also natürlich auch über Wachstumskritik und Kapitalismus. Während ein Großteil des Publikums Wachstumskritik zustimmte, war die Weiterführung zum Antikapitalismus nicht nicht ganz so Konsens. Da gilt es also noch eine Lücke zu schließen ;-).
Selbst als Gesine von der Grünen Jugend darauf hin wies, dass man die Verantwortung für den Klimawandel nicht individualisieren und auf Konsumentscheidungen herabstufen darf, gab es von einer Teilnehmerin deutlichen Widerspruch, für die dieses individuelle Engagement ein ganz zentrales Moment von Klimabewegung sein muss. Auch ein Bericht von den Teilnahmen der Jugenddelegationen an vergangenen UN-Klimakonferenzen strahlte ein Vertrauen in diese Prozesse und zumindest die Problemlösungsfähigkeit und -willigkeit der Staats- und Regierungschefs aus, die wie ich mal vorsichtig sagen würde nicht ganz von den Fakten gedeckt ist. Und ich glaube, dass eine Stimme der Jugend als offizielle Delegation in einer Konferenz im Zweifelsfall eher eine Alibifunktion ausfüllt, als die Kräfteverhältnisse im Kampf gegen Öl- und Energiekonzerne zu verschieben…
Nachdem Atomkraft im letzten Jahr für viele das alles beherrschende Thema war und nur kleinere Gruppen beharrlich am Aufbau einer Klimabewegung wirkten und mit den Klimacamps in der Lausitz und in NRW durchaus beachtliche kleine Schritte machen konnten, sollte der Ausstieg aus der fossilistischen Energiestruktur und der Wachstumslogik des Kapitalismus mE im nächsten Jahr wieder für mehr von uns ein wichtiges Thema sein – ein sich bietender Anknüpfungspunkt dürfte da der Rio+20 Gipfel im kommenden Jahr sein – sozusagen die Fortsetzungskonferenz des „Erdgipfels“ von Rio de Janeiro 1992, mit dessen Ergebnisse viele Umweltbewegte große Hoffnungen verbanden. Allerdings gab es schon früh Kritik von links etwa am Konzept der Nachhaltigkeit. Auf die damals vor allem bei der Bundeskoordination Internationalismus geführten Debatten bauen heute noch viele kritische Positionierungen etwa gegenüber Projekten eines Green New Deal auf.

Ich bin mal gespannt, was da im nächsten Jahr so werden kann… Ein anderes Thema, was und mindestens noch ins nächste Jahr begleiten wird, ist sicher die Euro-Krise. Beim Bundesarbeitskreiswochenende soll es zum Auftakt am Freitagabend zumindest schon mal eine Veranstaltung dazu geben – vielleicht ein Ausgangspunkt, im Verband dazu aktiv zu werden?

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