LMV in Schleswig Holstein – Ganztagsschule als Fortschritt oder erweiterte Unterdrückung?

Bei der LMV in Schleswig-Holstein (unter dem Link gibts auch die diskutierten Anträge) haben heute ca. 15 GenossInnen über Positionierungen zur ökologischen Frage, zu Freiräumen und Selbstbestimmung für Jugendliche und anstehende Parteidebatten diskutiert (SH hat Anfang 2012 Landtagswahlen und die letzten Umfragewerte waren eher katastrophal für die LINKE). Außerdem habe ich die Castormobilisierung präsentiert und aus dem BAK AuF gab es eine Vorstellung vor allem der „Bundeswehr raus!“-Kampagne – und wir haben noch ein bisschen fürs BAK-WE in einer Woche geworben.

Kieler Förde - Foto: Klaas Ole Kürtz / wikimedia commons


Von den Debatten fand ich vor allem eine Auseinandersetzung um die Darstellung von Ganztagsschulen im Antrag zu Selbstbestimmung spannend: Im Antrag stand eine Kritik an Ganztagsschulen als bloße Ausweitung eines nicht-selbstbestimmten, repressiven Schultages auf einen längeren Zeitrum.

In der Kritik waren sich eigentlich noch alle einig – aber während sie für einige den an dieser Stelle zentralen Aspekt von Ganztagsschulen beschrieb, wollten andere positive Aspekte von Ganztagsschulen, insbesondere für die Gleichberechtigung von Frauen, dahinter nicht verschwinden lassen. Ich musste mich doch ein bisschen zusammenreißen, nichts dazu zu sagen – mich aus spannenden Debatten raushalten, ist nicht so meine Stärke, aber als BSPR-Gast fand ich es an der Stelle nicht meine Aufgabe, da mitzumischen.

Ein Aspekt, den ich in der Frage noch wichtig finde, wäre die Einschätzung der Lebenswelt von Jugendlichen und Kindern außerhalb der Schule: Die ist ja, nur weil nicht so sehr unmittelbar staatlich kontrolliert, trotzdem kein freiheitliches Schlaraffenland. Eltern sind eine autoritäre Instanz, auch unter Gleichaltrigen spielen die unsere Gesellschaft prägenden Prinzipien von Konkurrenz und Leistungsdruck eine Rolle und rassistische und sexistische Unterdrückungsverhältnisse sind keinesfalls besondere Merkmale von Schulen.

Während der Mittagspause habe ich gleich mal einen sachkundigen Genossen als Berater für das Projekt Homepageoptimierung rekrutiert – wenn ihr dem entgehen wollt, hütet euch davor, in den nächsten Monaten in meiner Gegenwart Internetkompetenz zuzugeben oder zu suggerieren… Gegen Ende des Jahres soll es in SH ein Tagesseminar zum Umgang mit wordpress und typo3 gehen – das finde ich schon mal einen super Ansatz der Wissensweitergabe.

In Kiel findet in den nächsten Tagen das „Global Economic Symposium“ statt, dass einer der Kieler Genossen als „kleines Davos“ bezeichnete – ein Treffen mit Bankern, Notenbankchefs, Konzernlernkern und Politikern (ne, ich gender das hier mal nicht). Wie es sich gehört, gibt es auch Gegenveranstaltungen – am Wochenende einen Kongress vor allem im attac-Spektrum und am Dienstagnachmittag eine Demo, die zumindest auch aus dem linksradikalen Bündnis getragen wird. Unsere GenossInnen arbeiten in beiden Kreisen mit und scheinen da eine gute Arbeit zu machen :-).

Und so sitze ich um halb sieben wieder im RE nach Hamburg und freue mich auf einen quasi freien Tag morgen…

Nachtrag: Genossen aus SH haben zum Ausgang der LMV auch schon getwittert, u.a. zum Vorhaben, sich für ein radikales Landtagswahlprogramm einzusetzen.

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