Träume von sich zerlegenden Castorgleisen

Ich habe heute nacht (nicht zum ersten mal) vom anstehenden Castortransport ins Wendland geträumt. Aber während meine früheren Träume vor allem von planlos umherrennden AktivistInnen handelten, die von der Polizei durch die Landschaft gehetzt wurden, scheint mein Traumzentrum inzwischen optimistischer zu werden, was den Erfolg der Proteste anging:

Diesmal waren wir gerade unterwegs zu den Schienen, als ein lange vor dem Castor fahrender Zug (fragt mich nicht, wo der herkommen soll, ich hab im Traum auf den Reparaturzug mit Ersatzschotter getippt) sich so in den Gleisen verfangen hat, dass die auf ein paar hundert Metern auseinandergeschoben wurden. Einige Leute begannen dann noch verduzt, etwas von dem freiligenden Schotter zur Seite zu räumen und wurden von ebenso verwirrten Polizisten ein bisschen zurückgestupst. Nur ein einzelner übereifriger Beamter rannte am Gleis entlang und spühte Pfefferspray.

Naja, ganz so einfach wird der reale Castor in etwa einem Monat nicht zu stoppen sein – aber dafür werden sich Leute auch etwas mehr Mühe geben: Schon in Valognes in Frankreich soll es Aktionen geben, in Süddeutschland ist erneut eine Blockade geplant. AktivistInnen um Lüneburg planen wohl eine Aktion an der sogenannten Hauptstrecke, also dm Teil der Transportstrecke, auf dem der Castor im normalen Schienenverkehr zwischen ICEs und Güterzügen rollt. Das würde ich mich nicht trauen – aber es gibt ja auch noch im Wendland genug Optionen, von der Sitzblockade mit Widersetzen über das Schottern der Gleise bis zur Straßensitzblockade von x-tausendmalquer. Nicht direkt an der Transportstrecke wollen autonome Gruppen unter dem Slogan „Atomstaat stilllegen!“ die Infrastruktur der Polizei zum Aktionsziel machen.

Erwähnt sei auch noch die Demo in Dannenberg, die aber diesmal weniger zur Vollversammlung aller Protestspektren werden dürfte: Sie findet am Samstag, den 26.11. statt – da der Transport diesmal schon am Donnerstag statt wie üblich Freitag in Frankreich losfahren soll, werden da viele schon um und auf der Transportstrecke unterwegs sein. Mit der Ankunft des Castors in Norddeutschland ist schon ab Freitagabend zu rechnen, wenn er ganz schnell durchkommt – im letzten Jahr brauchte er insgesamt länger als je zuvor. Es bietet sich also mehr als an, früher ins Wendland zu kommen – Donnerstag oder sogar Mittwoch sind prima Anreisetage für alle, die es irgendwie einrichten können. Und alle anderen erwarten wir natürlich freudig am Freitagabend. Damit der Protest auch ohne geträumte Wunder ein Erfolg wird.

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Eine Antwort zu Träume von sich zerlegenden Castorgleisen

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