von Geisterfahrern und Parlamenten

Als Tobias Pflüger gerade seit einem Jahr im Europaparlament saß, hat er mal den Versuch eines linken Abgeordneten, sich dem Anpassungsdruck des Parlamentsbetriebs entgegenzustellen, mit einem Autofahrer verglichen, dem auf der Autobahn hunderte von Falschfahreren entgegenkommen – und der dennoch davon überzeugt bleiben will, dass er in die richtige Richtung unterwegs ist…
Daran musste ich denken, als ich diesen Videobeitrag von Radio Bremen über eine Bürgerschaftsdebatte in Bremen sah. Kristina Vogt, die Fraktionsvorsitzende der Bremer Linken, hat es gewagt, in der Debatte zu einer gemeinsamen Erklärung gegen die extreme Rechte daran zu erinnern, dass die Bremer Landesregierung noch im Mai einen Naziaufmarsch durchprügeln ließ (ich kann mich an das Pfefferspray noch ziemlich gut erinnern). In der Bürgerschaft brach dann die Hölle los: Ein SPD-Redner schimpfte, Kristina würde „die antifaschistische Flagge in den Dreck treten“, von der „Geburt einer Sekte“ war die Rede, der CDU-Fraktionsvorsitzende erklärte, er hätte Lust, seine Unterschrift unter die gemeinsame Erklärung zurückzuziehen und ein Grüner warf ihr vor, die AntifaschistInnen zu spalten.
Und ich stelle mir vor, dass es sich ganz schon beschissen anfühlt, dann zu fünft zwischen diesem riesigen Haufen Leute zu sitzen, die alle hochempört behaupten, man würde der antifaschistischen Sache schaden. Aber wie man den Kommentaren auf der Radio Bremen-Seite ansieht, gibt es außerhalb der Bürgerschaft noch ein paar Menschen, die sich an den 30. April in Bremen erinnern…

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