Dafür macht man die Arbeit!

Am schönsten ist manchmal der Schluss: Beim Umräumen frisch in der Bundesgeschäftsstelle eingetroffener Materialien fanden wir heute einen Zettel in der Verpackung: „Cooler slogan, ich stimme euch zu, macht weiter. Hab einige Flyer unter den Kollegen verteilt und eine Diskussionswelle damit ausgelöst.“
Da werden wir uns wohl nicht bei der Druckerei beschweren, dass wir vielleicht zehn Flyer zu wenig bekommen hätten…

Ansonsten fand ich diese BSPR-Sitzung vor allem furchtbar anstrengend: Ich habe von Freitag auf Samstag zu wenig geschlafen, dann irgendeinen Mist auf meinem Computer gemacht, der zum Verlust eines Protokollteils geführt hat und war bestimmt auch dementsprechend nett und konstruktiv als Sitzungsteilnehmer.

Am Samstag haben wir recht lange über den kommenden Bundeskongress gesprochen, der ja vielleicht anders organisiert werden soll. Inzwischen gibt es nach einem Treffen in Berlin im Dezember eine Reihe von Vorschlägen, welche Punkte man mit welchen Methoden erreichen kann, und verschiedene Arbeitsgruppen, die sich damit weiter beschäftigen.

So könnten die Berichte des BundessprecherInnenrates, der Kassenprüfung, zusätzlich der Bundesarbeitskreise und Kampagnengruppen in Zukunft nicht mehr in Form eines langen Referats im Plenum präsentiert werden. Stattdessen würden die jeweiligen Berichte visuell aufgearbeitet ab Beginn des Bukos an Stellwänden aushängen. Zum TOP Berichte würden dann die Stellwände in den Tagungsraum geholt und die jeweils Verantwortlichen würden sich neben den Tafeln den Fragen und Diskussionen der Delegierten stellen. Zum Schluss würde dann im Plenum über die Entlastung des BSPR und der SchatzmeisterIn abgestimmt – wenn aus den Rechenschaftsberichten massive Kritik hervorgeht, die z.B. gegen eine Entlastung spräche, könnte die natürlich vorher noch geäußert werden.

An der Methode finde ich zwei Dinge besonders spannend: Zum einen wäre die Hemmschwelle viel niedriger, die eigenen Fragen und Kritikpunkte an den BSPR oder einen Arbeitskreis loszuwerden als im großen Plenum. Zum anderen könnte man die Stelltafeln mit Berichten aus den Landesverbänden und Basisgruppen ergänzen, die zu den Themen der gemeinsamen Projekte (oder anderen) gearbeitet haben. So würde man die Schieflage etwas beheben, dass bei der Berichtsdebatte die Arbeit des BSPR mehr oder weniger alleine für die des ganzen Verbandes steht, während alles andere unsichtbar bleibt.

Eine weitere Idee für die Reflektion der vergangenen Arbeit ist ein World Cafe zu Beginn des Bundeskongresses. Dabei verteilen sich alle Delegierten in kleine Gruppen zu maximal zehn Leuten und diskutieren in diesen Gruppen verschiedene Fragen, z.B. was ihnen selbst im vergangenen Jahr wichtig war, was auf Bundesebene passiert ist und welche Kritik an oder Lehren aus der Arbeit des letzten Jahres es gibt. Die Ergebnisse werden dann dokumentiert und könnten quasi die Berichte der Gremien ergänzen (und natürlich als Grundlage für die weitere Arbeit dienen).

Einen zentralen Raum nimmt auf dem Bundeskongress die Bearbeitung von Anträgen an – und auch hier gibt es natürlich Vorschläge, was wir anderes machen könnten: Die Anträge sollen zuerst im Plenum vorgestellt und dabei nach Vorschlägen der Antragskomission in verschiedene thematische AGs verteilt werden. Die AGs würden dann die Anträge und alle vorliegenden Änderungsanträge verhandeln, vielleicht noch neue Änderungen vornehmen und so gemeinsam quasi ein neues Ergebnis aus dem ursprünglichen Antrag (und den Änderungsanträgen) erstellen. Wo es in der AG keine Einigkeit (oder weitreichende Mehrheit) für eine bestimmte Formulierung gibt, könnte das Ergebnis der AG auch alternative Passagen enthalten, die dann in jedem Fall der Buko beschließen muss.
Damit eine AG aber nicht gegen den Willen der Buko-Mehrheit Verbandsbeschlüsse schreibt, müssten alle AG-Ergebnisse noch einmal ins Plenum. Das kann dann das AG-Ergebnis zurückweisen und den ursprünglichen Antrag mit den Änderungsanträgen ganz ‚klassisch‘ behandeln. Oder das Plenum findet das AG-Ergebnis gut und übernimmt die von der AG erarbeitete Version des Antrags. Dan müssten nur noch Passagen einzeln abgestimmt werden, in denen die AG verschiedene Alternativen offen gelassen hat.
Die ausführliche inhaltliche Debatte der Anträge soll auf jeden Fall in den Arbeitsgemeinschaften stattfinden. Jede einzelne Delegierte würde also nicht mehr alle Anträge ein bisschen, sondern die Anträge, deren Thema sie am meisten interessiert genauer diskutieren. Trotzdem würde jeder Delegierte über jeden Gesamtantrag am Ende abstimmen können.

Das ganze ist erst mal ein bisschen kompliziert und es gibt noch eine Reihe offener Fragen – aber es könnte eine Option sein, inhaltliche Debatten mal tiefergehend als in einem Schlagabtausch zu führen.

Mir selbst wäre noch wichtig, auf dem Buko mehr Raum für die Verabredung gemeinsamer Aktivitäten zu haben – vielleicht nicht, indem ein paar Leute einen Masterplan für den gesamten Verband vorlegen, den dann doch nur die umsetzen, die das Thema eh bearbeiten wollten, sondern indem wir die Ideen und Bereitschaften der Aktiven und Basisgruppen sammeln, die zu einem Thema aktiv werden wollen. Wenn sich auf dem Buko keine zehn Basisgruppen finden, die zu einem Thema vor Ort Veranstaltungen machen wollen, dann wird es wahrscheinlich auch keine große bundesweite Kampagne – und dann muss man dem BSPR auch nicht auftragen, eine solche zu organisieren.

Letztlich ist die Frage, wie wir welche Punkte auf dem Buko behandeln, eine der Ziele und Prioritäten. Was wollen wir eigentlich von einem Bundeskongress? Das sollten wir klären, wenn wir darüber Reden, ob und wie wir die Organisation des Bukos verändern wollen.

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