Buko 2012 – Reaktionen

Ich versuche mal einen kleinen Überblick über die Reaktionen und Berichte zusammenzustellen, die ich bisher im Netz gefunden habe. Von den neu gewählten BundessprecherInnen haben sich Sebastian Lucke und Adrian Furtwängler auf ihren jeweiligen Blogs gemeldet, Sebastian mit einer kurzen Auswertung

Ich persönlich empfand beide methodischen Neuerungen als sehr gelungen, da einerseits die thematische Fokussierung während des ganzen Kongresses von Freitag bis einschließlich Sonntag wesentlich besser gegeben war als vergangenes Jahr und andererseits die allgemeine Stimmung vorwiegend konstruktiv bzw. solidarisch war, was mir auch viele Anwesende bestätigten.

und Adrian mit einem längeren persönlichen Bericht über den Verlauf des ganzen Wochenendes ab der letzten Vorbereitungssitzung des alten BundessprecherInnenrats am Donnerstagabend.

Ich bin in der letzten Woche viele Stunden wach im Bett gelegen oder nervös in der Bundesgeschäftsstelle herumgerannt, da die Angst doch groß war, dass die komplette Neugestaltung des BuKos zu einem großen Chaos führen würde. In der heißen Phase – also Donnerstag und Freitag – hat sich das nicht wirklich gebessert. Während unsere vielen fleißigen Helfer_innen am Donnerstag alles gaben, um die Räumlichkeiten, Getränke und alles Mögliche herzurichten, saß ich noch physisch an meiner Arbeitsstelle, im Geiste war ich schon längst mitten im BuKo.

Noch weniger ausformuliert haben ich in einigen facebook-Kommentaren auch negative Stimmen zum neuen Konzept rausgehört, z.B. weil eben nicht alle in allen AGs sein konnten. Ich selbst fands wie schon geschrieben einen großen Erfolg – allerdings hatte ich ähnlich wie Adrian bis zuletzt große Panik, dass es völlig schief gehen könnte und war entsprechend leicht zufriedenzustellen. Deshalb finde ich es wichtig, dass sich auch Leute dazu zu Wort melden, die mit einzelnen Punkten oder gar dem gesamten Ablauf unzufrieden sind, damit der nächste Buko (noch) besser wird.

Ein sehr negatives Fazit fasst Silvio Lang im Blog der Linksjugend [’solid] Dresden

Es gab ein symbolträchtiges Bild in den Uferstudions Berlin, wo vom 30.03.-01.04. der Bundeskongress der linksjugend [’solid] zusammen kam. Es entwickelte sich ab den Morgenstunden des zweiten Sitzungstages, als eine der unter der Saaldecke befestigten Verbandsfahnen nach und nach 3 seiner 4 Befestigungen verlor. Ab dem frühen Abend hing die Linksjugend-Fahne dann nur noch an einem Klebestreifen befestigt schlaff und kaum mehr lesbar herunter. Sie hatte ihre breite Befestigung verloren und baumelte je nach Perspektive der BetrachterInnen nur noch ganz rechts bzw. ganz links klebend. Wie passend, denn spätestens seit Samstag kann man diese Analyse auch für den gesamten Verband aufmachen.

Einige Behauptungen aus seinem Beitrag finde ich ziemlich daneben oder glatt falsch – was am Urteil der Bundesschiedskomission zur Delegiertenwahl in Bayern „zumindest fragwürdig“ gewesen sein soll, ist mir wirklich unklar. Niemand bestreitet, dass die Einladung zur LMV nicht fristgerecht erfolgt ist, und wie soll eine Schiedskommission anders urteilen als nach Maßgabe der Satzung, die sich der Verband gegeben hat?

Und wo wir uns „an die Seite dieser lupenreinen Demokratien“ (gemeint sind Iran und Syrien) stellen, müsste mir auch noch mal jemand zeigen – meines Wissens hat der Buko einen Antrag verabschiedet, in dem es heißt „Gleichzeitig aber muss in aller Deutlichkeit herausgestellt werden, dass eine Ablehnung von Kriegshandlungen und Embargos in keiner Weise gleichzusetzen sind mit einer Parteinahme für den Despoten Baschar al-
Assad oder für das Mullah-Regime im Iran, die beide eine durchweg unterdrückerische und reaktionäre Rolle spielen“.

Mehr eigenes Weltbild als Beobachtung des Bukos mag auch einige Passagen im Bericht von Michael Koschitzki auf der SAV-Seite erklären, wo es etwa heißt „Mit großer Mehrheit einigte sich der Jugendverband auf einen neuen BundessprecherInnenrat, einen jugendpolitischen Sprecher und wählte Delegierte zum Bundesparteitag der LINKEN. Darin sind jedoch diejenigen, die den Bundeskongress inhaltlich prägten und in den Kampagnen aktiv waren, wenig repräsentiert.“ Vielleicht hat er ja andere Gremien und Delegationen gewählt als ich – oder ich habe mir die Kampagnen nur eingebildet, in denen viele der Gewählten aktiv waren.

Um mit was positivem bzw. versöhnlichem zu enden: Auch die beiden letzten Berichte bewerten die Veränderungen der Methoden grundsätzlich positiv – also zumindest ein Punkt, in dem wir uns einig sind.

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3 Antworten zu Buko 2012 – Reaktionen

  1. Kai schreibt:

    Das ND hat einen Bericht zur Debatte um Stop the Bomb veröffentlicht:
    http://www.neues-deutschland.de/artikel/223314.keine-sanktionen-gegen-den-bak-shalom.html

    Was deine Kritik an dem Michael Koschitzki Text bezgl. der Wahlergebnisse angeht. Ich halte sie auch für nicht treffend, meine aber beim Bundesparteidelegierten auf der gemischten Liste eine Häufung von Delis aus der Region Berlin/Brandenburg im Kopf zu haben (hab jetzt aber keine Liste zur Hand anhand der ich nachprüfen könnte). Will niemanden vorwerfen, dass er dort herkommt/wohnt aber es war schon auffällig…

  2. Franzi schreibt:

    Das mit dem schiedsVerfahren würde ich nur ansatzweise gleich sehen. Es gibt immer einen Faktor der nennt sich verhältnismässigkeit. Darüber sollte nochmal geredet werden da, wenn das nicht passiert ein Präzedenzfall geschaffen worden ist der uns gelinde gesagt auf die Füße fallen kann und was Kais Eindruck bei den bundesdelis betrifft – es sind mindestens 10 Leute aus einer Region wenn ich mich recht erinnere und davon viele nich unbedingt Strömungslos – klar sie wurden gewählt, aber das ich so viele kandidaturen aus einem lv wie auch aus einer Richtung gewählt wurden bereitet mir Magenschmerzen- schlicht und einfach weil ich Angst vor instrumentalisierung habe…

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