DIE LINKE lernt – auf der Tagung der Kommission politische Bildung

Rosa_klh Nach der Parteivorstandssitzung am letzten Wochenende war ich die letzten Tage wieder in Berlin – diesmal in Sachen politische Bildungsarbeit. Bei der Kommission politische Bildung, die am Samstag im Rosa-Luxemburg-Saals des Karl-Liebknecht-Hauses tagte (siehe Foto), standen unter anderem der Stand der Planungen für die Frühlingsakademie sowie die politische Bildungsarbeit für den Bundestagswahlkampf auf dem Programm. Dabei geht es im Kern nicht darum, möglichst viele Mitglieder der Partei zentral zu schulen, sondern MultiplikatorInnen auszubilden, die Wissen, Kenntnisse und Fähigkeiten in ihren Landes- und Kreisverbänden weitergeben können.

In dieser Arbeit greifen die Aktiven der KpB auf einen riesigen und breiten Erfahrungsschatz zurück, der von der Bildungsarbeit in Gewerkschaften von der 80er Jahren bis heute über Parteischulungen der DKP bis zum Parteilehrjahr der SED reicht – wobei letzteres mit Ausnahmen vor allem als Negativbeispiel zitiert wird, was politische Bildungsarbeit nicht tun soll, nämlich den Teilnehmenden eine fertige Antwort einzuimpfen statt kritisches Denken zu fördern. Gleichzeitig ist klar, dass eine Bildungsarbeit der LINKEN nicht beliebig sein kann – unser Ziel bleibt es schließlich, zur Überwindung von kapitalistischer Ausbeutung sowie patriarchaler und rassistischer Unterdrückung beizutragen und Menschen in den Kämpfen dagegen zu stärken.

Damit ist auch schon ein zentrales Spannungsfeld aufgemacht, in dem sich die KpB immer wieder bewegt und mit dem sich der Bildungstag 2012 in Leipzig beschäftigte, an dem über 100 aktive der innerparteilichen Bildungsarbeit teilnahmen. Besonders beeindruckt hatte mich in Leipzig der Bericht von Harald Werner über den Aufbau neuer Bildungsstrukturen in Westdeutschland im Zusammenspiel von Gewerkschaften und SDS – selbst jenseits des politischen Gewinns finde ich es immer wieder großartig und inspririerend, der Geschichte und den Geschichten derer zuzuhören, die seit Jahrzehnten in den verschiedensten gesellschaftlichen Situationen, in unterschiedlichen Staaten und in anderen linken Organisationen Politik gemacht haben.

Am vergangenen Wochenende beschäftigten uns aber weniger die großen Fragen der Bildungsarbeit selbst als vielmehr die ihrer Verankerung in der Partei. Allzu oft wird politische Bildung noch als Luxus angesehen, auf den man in Zeiten knapper Zeit und weniger Aktiver verzichtet, als „Extra“ zusätzlich zur eigentlichen Parteiarbeit.

Ich bin dagegen davon überzeugt, dass eine Partei, die die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend verändern will, sie nicht nur mal nebenbei verstehen kann, wenn nach dem Wahlkampf wieder Zeit ist. Je besser wir die Zusammenhänge der Welt durchdringen, desto besser können wir sie verändern.

„Bildet euch, denn wir brauchen all eure Klugheit“. (Antonio Gramsci)

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