Quelle gesucht: Kardinal Bergoglio, Frauen und Politik

bergoglio
Keine Frage: Franziskus ist ein neuer Reaktionärer an der Spitze einer alten reaktionären Institution. Aber kann folgendes Zitat aus der Münchener Abendzeitung das belegen?

Frauen. Eine stärkere Rolle in der Kirche (oder auch sonst) lehnt er klar ab: „Frauen sind von ihrer Natur her nicht imstande, politische Ämter zu übernehmen. Die natürliche Ordnung lehrt uns, dass der Mann ein politisches Wesen schlechthin ist,… die Frau immer Helferin des denkenden Mannes, aber nicht mehr.“

Die Zeitung selbst nennt dazu keine Quelle – das Zitat hat allerdings auf englisch (siehe Bild) und auf spanisch schon weitere Runden im Netz gedreht.

Die spanische Version des Zitats lautet

„El orden natural y los hechos nos enseñan que el hombre es el ser político por excelencia; las Escrituras nos demuestran que la mujer siempre es el apoyo del hombre pensador y hacedor, pero nada más que eso“.

und es wird in spanischsprachigen Beiträgen – wenn eine Quelle genannt wird – oft auf eine Mitteilung der Nachrichtenagentur Telam vom 4. Juni 2007 zurückgeführt, die eine Polemik gegen Christina Kirchner wiedergeben soll.

Diese Mitteilung selber ist im Original aber nicht zu finden – auch ältere Artikel, die sich auf das Zitat beziehen oder wütende Antworten argentinischer Linker und FeministInnen habe ich noch nicht gesehen. In diesem Forum meinte user algorai schon gestern, dass das Zitat nur auf einen Beitrag bei yahoo answers zurückzuführen und wahrscheinlich ausgedacht sei.

Ich habe jetzt auch nur ein paar Minuten gegoogelt, aber meine aktuelle Wette (Freitag, 15.3. 20:02) lautet: Das Zitat ist erfunden. Ich freue mich aber über Hinweise, die mich widerlegen!

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2 Antworten zu Quelle gesucht: Kardinal Bergoglio, Frauen und Politik

  1. fepix schreibt:

    fundiertere Gründe, etwas gegen den Papst zu haben, gibt es z.B. hier: http://m.taz.de/Papst-Kenner-ueber-Junta-Verbindungen/!112929;m/

  2. Harald Stecher schreibt:

    Nun, Horacio Verbitsky gibt doch selbst seine Nähe zu den Kirchners zu und schaut nicht sehr genau hin, wenn es Koruptionsvprwürfe gegen sie gibt.
    Konservativ hin oder her, das mag stimmen, aber Bergoglio gehört eben zur Oposition in Argentinien, soviel steht fest! Es gibt nicht viel mehr als Unterstellungen gegen ihn, anscheinend von den Kirchners so gewollt.

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