Buko 2013 der Linksjugend [’solid] in Magdeburg

stimmkarten_1Am Wochenende fand der diesjährige Bundeskongress der Linksjugend [’solid] in Magdeburg statt – knapp 200 Delegierte diskutierten und beschlossen Schwerpunkte der Jugendverbandskampagne zur Bundestagswahl, eine Reihe weiterer inhaltlicher Anträge und Positionierungen und wählten unter anderem einen neuen BundessprecherInnenrat (hier die kurze Mitteilung auf der Seite des Bundesverbands).

Ich war dieses Jahr nicht Delegierter, sondern nur als jugendpolitischer Sprecher im Parteivorstand und Mitglied der Antragskommission beim Buko – und vor allem in letzterer Funktion hat es mich gefreut, dass die Veränderungen am Konzept des Bukos, die wir im letzten Jahr unter dem Titel „Buko neu denken“ eingeführt haben, sich in wesentlichen Teilen bewährt haben und mit einigen Veränderungen auch dieses Jahr umgesetzt wurden. Vor allem die Möglichkeit, wichtige und kontroverse Anträge intensiver in Arbeitsgruppen zu diskutieren, hat uns glaube ich wirklich viel gebracht.

Andererseits fand ich es schade, dass ganz schön wenig Änderungsanträge vor dem Buko eingereicht wurden – das spricht dafür, dass nicht besonders viele Landesverbände oder gar Basisgruppen die Anträge vorher diskutieren konnten. In Punkto Effektivität haben wir es dafür das zweite Mal in Folge geschafft, alle vorliegenden Anträge zu behandeln und nix an den Länderrat zu verschieben (das ist in meiner Erinnerung sonst nicht so oft vorgekommen).
Punkte
Beschlossen wurden unter anderem Positionen zu den Themen Mieten- und Wohnungspolitik, Feminismus und Prekarisierung, die die Grundlage der Jugendverbandskampagne zu den Bundestagswahlen bieten sollen, außerdem ein Antrag und Aktivitäten zum Thema Flüchtlingspolitik, eine Unterstützung der „Occupy Barbie Dreamhouse“-Proteste in Berlin, die Stärkung antisexistischer Arbeit im Jugendverband durch „Awareness“-Strukturen, die als Ansprechpartnerinnen bei sexistischen Übergriffen dienen sollen sowie ein Antrag zur bundesweiten Bereinigung der Mitgliedsdateien.

Zu den beiden Anträgen im kommenden Jahr wieder das Rosa&Karl-Bündnis bzw. die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration zu unterstützen (hier ein Post von mir zur Debatte in diesem Jahr), gab es eine intensive und inhaltlich scharfe Debatte in einer ziemlich großen Arbeitsgruppe. In der Debatte wurde aus meiner Sicht einiges Gutes und einiges an Unsinn gesagt – aber als Moderator war ich nur dafür zuständig, die Debatte zu organisieren und über die Diskussionskultur ziemlich zufrieden. Am Ende stimmten beide Antragssteller Änderungen zu, die für mich beide Anträge zustimmungsfähig gemacht hätten: Antimilitaristische Positionen ins Rosa&Karl-Bündnis tragen bzw. mit einem eigenen Block auf der LL-Demo und im Bündnis für antistalinistische/progressive Positionen intervenieren. Der Buko hat dann allerdings entschieden, weder den einen noch den anderen Antrag zu verabschieden (und dann zur Sicherheit auch noch mal festgelegt, dass das auch LR und BSPR nicht tun sollen).

Was mich am ganzen Wochen Ende am hoffnungsvollsten gestimmt hat war das World Café am Freitagabend: Es war toll, zu hören, an welchen politischen Entwicklungen und Bewegungen GenossInnen im letzten Jahr in irgendeiner Weise teil hatten und vor allem fand ich es großartig, mit welcher Selbstverständlichkeit alle Leute an meinem Tisch erklärten, im nächsten Jahr ihre Basisgruppen weiter aufbauen bzw. am neuen Wohnort eine gründen zu wollen. Ich neige ja dazu, zu glauben, dass in meiner Jugendverbandszeit alles besser war als heute, aber an der Stelle muss ich sagen: Die Jugend von heute hat es einfach drauf ;-).

Andere zum Buko:

PM des LV Sachsen-Anhalt
Kommentar des BAK Shalom zum Buko
Bak Antimilitarismus und Frieden zum Buko
Buko-Fazit von Finn Siebert aus dem LV NRW

Nicht direkt zum Buko, sondern zu auf der Rückfahrt erlebten deutschen Zuständen (LV Bawü)

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Eine Antwort zu Buko 2013 der Linksjugend [’solid] in Magdeburg

  1. Imke schreibt:

    Hey ho,
    „Die Jugend von heute“ hat bei diesem Bundeskongress auch noch ein
    ziemlich erwähnenswertes Frauenplenum abgehalten, bei dem nicht nur inhaltlich starke Debatten geführt und zahlreiche Anträge besprochen wurden, sondern all das noch in einer solidarisch-kontruktiven Arbeitsathmosphäre in der eine beeindruckend Disziplin
    bezüglich der Zeitnutzung an den Tag gelegt wurde!
    (-wie ich sie von Bundeskongressen bis dahin nicht kannte.) 🙂

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