Leben

Ich bin im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Oberhausen geboren und aufgewachsen. Auf meiner ersten Demonstration war ich mit 13 Jahren (beim Atommüllzwischenlager Ahaus), dauerhaft politisch aktiv geworden bin ich unter dem Eindruck der Ereignisse beim G8-Gipfel in Genua 2001, mit der bis dahin wohl größten Demonstration der globalisierungskritischen Bewegung und dem Tod Carlo Giulianis auf der Piazza Alimonda.

Zunächst wurde damals ich Mitglied bei attac, nach den Attentaten des 11.Septembers in den USA organisierte ich mit FreundInnen eine kleine Demonstration gegen den beginnenden Krieg der Nato in Afghanistan. Im April 2002 trat ich der PDS und dem Jugendverband [’solid] – die sozialistische jugend bei.

Ein halbes Jahr später ging ich für sechs Monate in einem Schüleraustausch nach Frankreich. In Annecy in der Nähe der Schweizer Grenze machte ich bei der lokalen attac-Gruppe mit und bereitete vor Ort den G8-Gipfel in Evian 2003 mit vor.

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland Anfang 2003 nahm ich in Braunschweig an der für mich ersten Bundesdelegiertenkonferenz von [’solid] teil, mit der Fahrt nach Evian begann im selben Jahr meine Mitarbeit im Bundesarbeitskreis Internationales des Verbands. Später arbeitete ich im LandessprecherInnenrat in Nordrhein-Westfalen, dann im BundessprecherInnenrat des Verbandes mit, habe unter anderem die Teilnahme am Europäischen Sozialforum in London mitorganisiert und bei der Kampagne „aufmucken gegen rechts“ geholfen.

Nach dem Abitur 2005 war ich noch mal ein Jahr im Ausland – neben meinem Freiwilligen Sozialen Jahr (naja freiwillig, damals gab es noch Wehrdienst…) in Chile habe ich einen kleinen Eindruck sozialer Bewegungen in Lateinamerika bekommen (unter anderem beim sehr erfolgreichen SchülerInnenstreik) und den Wahlkampf des Linksbündnisses Juntos Podemos más unterstützt, das wesentlich von der Kommunistischen Partei Chiles getragen wurde.

2006 habe ich in Bremen ein Chemiestudium begonnen und dort mit anderen eine neue Basisgruppe aufgebaut, nachdem die alte Gruppe den Verband verlassen hatte (sie arbeitete zunächst als solid.org vor Ort weiter und schloss sich dann Avanti – Projekt undogmatische Linke an). Ab 2007 war ich wieder im BundessprecherInnenrat des Jugendverbandes, der sich dann in einem konfliktreichen Prozess als Linksjugend [’solid] neu gründete. Mein Schwerpunkt war zu der Zeit die Mobilisierung und Bündnisarbeit zum G8-Gipfel.

Nach dem G8-Gipfel war ich an der Gründung des AK Klima beteiligt, mit dem ich seitdem in den Versuchen einer Klimabewegung in Deutschland aktiv bin und u.a. das Klimacamp in Hamburg 2008 vorbreitet habe. Mit den Protesten gegen den Castor-Transport ins Wendland im November 2008 bin ich dann wieder beim Anti-Atom-Thema angekommen – Anfang 2009 habe ich aber erst mal für die Linksjugend [’solid] Aktionen gegen den Nato-Gipfel in Strasbourg mitorganisiert.

Im Sommer 2009 bin ich für ein Masterstudium nach England gegangen, wo ich bei einzelnen Aktivitäten des dortigen „Climate Camp“-Netzwerks mitgemacht habe. Im Dezember 2009 war ich bei den Protesten gegen den UN-Klimagipfel in Kopenhagen aktiv. Seit ich im Sommer 2010 nach  Deutschland zurück gekommen bin, liegt mein politischer Schwerpunkt in der Anti-Atom-Bewegung. Im Jugendverband habe ich bei der Ausarbeitung der Basisgruppenseminare im AK Politische Bildung mitgeholfen.

In Hamburg, wo ich seit dem Herbst 2010 wohne, war ich zunächst in der Basisgruppe „Rote Mitte“ aktiv und habe im Mai 2012 die Basisgruppe Wandsbek mit anderen GenossInnen neugegründet. Inzwischen habe ich meine Aktivität auf den Bezirkverband Eimsbüttel der LINKEN verlagert, in dessen Bezirksvorstand ich seit etwa einem Jahr mitarbeiten. Beim Bundesparteitag in Göttingen wurde ich auf Vorschlag des Jugendverbands als jugendpolitischer Sprecher in den Parteivorstand gewählt. Seit Anfang 2011 arbeite ich in der Klimaforschung.

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9 Antworten zu Leben

  1. Pingback: Bildet euch, bewegt euch, organisiert euch! | fepix

  2. DialecticProgress schreibt:

    Solid möchte ja den (demokr.) Sozialismus erkämpfen. Leider konnte ich bisher keine Definition von Sozialismus lesen, die den Regeln der Begriffsbestimmung unterliegt. Oftmals werden willkürlich irgendwelche Elemente aufgezählt oder so getan, als ob der Sozialismus eine Heilslehre wäre. Kannst du eine Definition anbieten zumal du mittlerweile für den Parteivorstand kandidierst?

    • fepix schreibt:

      Schon im Programm der PDS wurde dazu ja der schöne Satz von Marx zitiert – eine Gesellschaft, in der die freie Entwicklung des einzelnen die Bedingung für die freie Entwicklung der Gesellschaft ist. Ich würde noch sagen, dass es darum geht, nicht mehr für die Kapitalverwertung, sondern für die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse zu produzieren und Wirtschaft und Gesellschaft dafür zu demokratisieren. Ob das jetzt deinen Regeln der Begriffsbestimmung folgt, weiß ich nicht – ist mir im Zweifel aber vielleicht auch nicht so wichtig.
      (Sorry für die späte Antwort, habe gerade nur eingeschränkten Internetzugang).

  3. DialecticProgress schreibt:

    Abgesehen von einigen Zirkelschlüssen, fehlendem systemischen Denken und der Verwendung von unwissenschaftlichen Begriffen sowie einer Überbetonung von moralisch-ethischen Wünschen, gehe ich auf mal konkreter darauf ein.

    Ich fasse mal die von dir genannten wesentlichen Elemente des Gesellschaftssystems Sozialismus zusammen:
    -freie Entwicklung des Einzelnen (\”frei\” ist nicht definiert; Was ist die Triebkraft [dialektischer Widerspruch] für diese Entwicklung? Diese geschieht ja nicht von selbst, sondern muss ja eine Ursache haben…)
    -für die Befriedigung von menschlichen Bedürfnissen produzieren (Wer bestimmt dies und wie? Gibt es im Sozialismus auch so etwas wie Gewinn?)
    -Wirtschaft und Gesellschaft sind demokratisch (Wie ist Demokratie definiert?, Was genau soll Gesellschaft hier bedeuten?)

    Weitere offene Fragen: Was macht den Sozialismus dem Kapitalismus überhaupt überlegen? Wie werden im Sozialismus Waren verteilt – gleich oder nach Leistung oder was anderes? Was ist die Triebkraft für Entwicklung des Gesellschaftssystems Sozialismus? Die Quelle jeder Entwicklung ist der Widerspruch, wo ist dieser? Der Sozialismus muss ein regelfähiges, stabiles System sein, dass Störgrößen ausregeln kann. Durch diese drei Elemente ist der Sozialismus nicht in der Lage wesentliche Störgungen auszuregeln. Elemente wie das Arbeitsleistungsgesetz, der sozialistische Wettbewerbstyp, usw. usf. fehlen.

    Da dir im Zweifel wissenschaftliche Begriffsbestimmungen nicht wichtig sind, würde ich dann auch gerne wissen, wie du das Verhältnis zwischen Politik und Wissenschaft siehst. Ist wissenschaftliche Politik möglich oder reichen der gesunde Menschenverstand und ein paar moralische Grundsätze für fortschrittliche Politik schon aus?

    • fepix schreibt:

      Nur mal so als Feedback: Der Einstieg deines Posts/Diskussionsbeitrags kommt bei mir als überheblich bis arrogant an und motiviert mich nicht besonders, mit dir zu diskutieren. Ich mache es jetzt trotzdem, weil ich einige der aufgeworfenen Fragen spannend finde – aber ich würde dich bitten, künftige Kommentare in diesem Blog anders zu schreiben.

      -für die Befriedigung von menschlichen Bedürfnissen produzieren (Wer bestimmt dies und wie? Gibt es im Sozialismus auch so etwas wie Gewinn?)

      Ich glaube, dass es dazu demokratische Aushandlungsprozesse darüber braucht, was wie produziert und verteilt wird und wir mit dem Profitstreben letztlich auch den Markt als Regulationsinstanz aufgeben müssen. Marx beschreibt ja im Einstieg des Kapitals den Kapitalismus als eine Gesellschaft, deren Reichtum in Form einer ungeheuren Warensammlung erscheint – wobei das spezifische an der Ware ihr doppelte Charakter als Tauschwert (man kann sie gegen andere Waren bzw. Geld eintauschen) und Gebrauchswert ist. Letztlich wird die Ware im Kapitalismus bzw. grundsätzlich in einer Warengesellschaft um des Tauschwertes willen produziert, also weil sie sich zu Geld machen lässt. Sie ist zunächst Privateigentum und macht nur als solches Sinn, weil sie gegen anderes Privateigentum getauscht werden soll.
      In einer Post-Warengesellschaft (als ganz groben Begriff meiner politischen Utopie) würden die Produkte der Arbeit nicht mehr privat angeeignet und gegen andere Produkte getauscht, sondern gesellschaftlich angeeignet bzw. verteilt. Ich habe keinen fertigen Masterplan, wie das genau funktionieren wird, aber es gibt genug Beispiele, dass es grundsätzlich funktionieren kann, von kleineren und größeren linken Projekten alternativen Lebens und Wirtschaftens bis zu den Forschungen Von Eilnor Oström zu Commons (Gemeingütern).

      [allen, die sich mit der marxistischen Analyse nicht so auskennen: Beim Jugendverband und für die älteren bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung gibt es dazu tolle Angebote und Materialien. allen, die das jetzt arg verkürzt fanden: ja klar, aber für mehr hatte ich jetzt keine Zeit.]

      Zur Frage von Politik und Wissenschaft: Ein Erkenntnisstreben, das Aufstellen von Theorien und ihre Prüfung an der Praxis sind natürlich auch Grundlage meiner politischen Überzeugung. Ich denke z.B., dass eine monetaristische oder keynesianistische Wirtschaftspolitik letztlich auf falschen Theorien aufbaut, weil ich Marx Analyse des Kapitalismus überzeugender finde und für richtiger halte. Aber: Ich bedenke die Möglichkeit, dass ich mich irren könnte und ich arbeite gerne mit Leuten zusammen, die aus anderen Überzeugungen ähnliche Forderungen entwickeln. Die Forderung nach „wissenschaftlicher Politik“ klingt für mich aber nach einem eher abstoßendem und letztlich auch antiwissenschaftlichen Wahrheitsanspruch, der die kritische Überprüfung der eigenen Prämissen und Positionen eher behindert als fördert.

      Da halte ich es lieber mit den Zapatistas (und neuerdings unseren Parteivorsitzenden): Fragend schreiten wir voran.

  4. DialecticProgress schreibt:

    Ich wollte nur ehrlich sein, denn ich finde es auch vermessen, wenn Menschen den Sozialismus propagieren ohne zu wissen, wie dieser im wesentlichen aussehen muss (nicht soll), damit es eine „höhere“ Gesellschaftsalternative darstellt. Es sollte nicht sein, dass man die Menschen für die Zeit nach der Parlamentsmehrheit für Die Linke, vertröstet. Ich hoffe du kannst das verstehen.

    Deine Antwort fasse ich so zusammen:
    a) In der alternativen, höheren Gesellschaftsalternative werden Produkte gesellschaftlich angeeignet und verteilt.
    b) Du hast keinen Masterplan.

    Du merkst, dass meine Fragen im zweiten Beitrag so gut wie garnicht beantwortet worden sind. Wenigstens gestehst du ein, dass du nicht weißt, wie der Sozialismus funktionieren muss. Du verweist auf „Fragend schreiten wir voran“, aber mir ist nicht klar, inwiefern du z.B. innerhalb dieser Diskussion in der Sozialismus-Frage vorangeschritten bist und weiterhin voranschreiten willst. Im Gegenteil: Ich habe viele Fragen gestellt, aber sie sind alle im wesentlichen offen geblieben. Meine Hinweise und Überlegungen bezüglich einer Regelung von Störgrößen sind auch unbeachtet geblieben. Alles in allem zeigt diese kleine Diskussion den meiner Ansicht nach mangelnden Erkenntnisstand der sog. linken Bewegung an. Dies ist auch meiner Ansicht nach einer der Gründe, warum die „Idee“ des (dem.) Sozialismus viele Wähler so wenig überzeugt…

    Konstruktives
    Man muss den Sozialimus erst einmal als ein System mit Teilsystemen und Elementen betrachten. Zwischen diesen Komponenten gibt es Beziehungen. Die Elemente des Sozialismus können nicht beliebig ausgewählt sein. Sie müssen der Systemgrundqualität entsprechen. Viele scheitern schon hier, in dem sie willkürlich Elemente herauspicken, die mal mehr mal weniger der Systemgrundqualität des Sozialismus entsprechen. (Was die Systemgrundqualität des Soz. genau ist, bedarf weiterer Ausführungen) Wie wählt man nun einige richtigen Elemente aus? Dies geschieht, in dem man das System Sozialismus stabil konzipieren möchte. Genauso wie der Kapitalismus muss der Sozialismus ein stabiles System sein und nicht beim erst besten Problem untergehen. Um jedoch stabil zu sein, müssen die Probleme, die von Innen oder Außen wirken, gelöst werden. Man nennt das auch Störgrößen ausregeln. Beispiele für Störgrößen sind mangelnde Arbeits- oder Bildungsmotivation, fehlende Innovationskraft der Unternehmen, Über- und Unterproduktion, uvm.
    Also müssen alle wesentlichen Störgrößen (abgesehen von Pandemien, Meteoriteneinschläge etc.), die das System aus seinem Sollwertbereich hinausbringen können, durch bestimmte Elemente ausgeregelt werden. Erstmal soviel.

    Wissenschaftliche Politik bedeutet nicht, dass man immer Recht hat. Es heißt zum Beispiel, dass man Begriffe exakt verwendet und nicht Wischi-waschi Wörter wählt. Es heißt auch, dass man Begriffe in Zusammenhang setzt und keine lose Aneinanderreihung von Aussagen trifft. Letztlich bedeutet es, dass man eine entwicklungsfähige Basis für weitere Forschungen bildet. Was gibt es denn für ein Alternative für eine wissenschaftliche Politik? Mir würde da nur eine Trial-and-Error Herangehensweise einfallen bzw. eine sog. Realpolitik, in der man immer situationsbezogen mal so oder mal so handelt; je nach dem, was besser zu sein scheint.

    • fepix schreibt:

      Bei der Idee des fragenden Voranschreiten geht es mir weniger darum, dass ich selbst schon vorangeschritten bin und die anderen dann nachkommen sollen (das wäre vielmehr ein klassischer Avantgardeansatz) als darum, Fragen, die historisch und vielleicht auch für einen selbst noch offen sind, gemeinsam zu diskutieren. Du hast in deinem vorigen Post eine Reihe großer Fragen über den Sozialismus angerissen, die ich hier natürlich nicht erschöpfend beantworte. Das wäre ein Buchprojekt, und meine Prioritäten liegen gerade woanders. Unter anderem, weil ich nicht denke, dass es DIE Antwort gibt, wenn ich sie nur mal aufgeschrieben habe.

      Wenn du Diskussionspartner suchst, die dir auf ein paar Stichworte hin zehnseitige Sozialismuskonzepte ausspucken, bin ich leider nicht der richtige für dich – aber vielleicht treffen wir uns ja mal mit viel Zeit auf ner Sitzblockade…

  5. dialecticprogress schreibt:

    Von DIE Antwort ist ja auch nicht die Rede. Es geht darum – wie immer in der Wissenschaft – relativ hohe Wahrheit herauszufinden. Beispiel: Wenn früher die Aussage „Atome sind die kleinsten Teilchen“ die relative Wahrheit 1. Ordnung darstellte, dann ist heute die Aussage „Quarks sind die kleinsten Teilchen“ die relative Wahrheit 2. Ordnung. Da der Erkenntnisprozess kein Ende hat, werden in Zukunft tendenziell immer „höhere“ Wahrheiten erkannt.
    „Der Sozialismus muss ein regelfähiges, stabiles System sein“, wäre eventuell so eine Wahrheit. Man müsste diese Aussage nun überprüfen. Da es in der Praxis (noch) nicht geht, muss man dies in der Theorie überprüfen, in diesem Fall mit Hilfe des dialektischen Materialismus… Leider gibts es nicht viele Diskussionspartner, die in diesen Bereichen weiterdenken können oder wollen.

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